Medaillen für eine Philosophie

Kürzlich las ich in einer renommierten Fachzeitschift, dass man erwägt, Yoga als olympische Disziplin aufzunehmen. Olympia ist ein Wettbewerb, bei dem Menschen ihre Kräft messen. Wie nun soll das bei Yoga gehen. Erhält der die Goldmedaille, der den Po am höchsten reckt und der am längsten auf einem Bein stehen kann? Und wird gar mit dem Magnetresonanztomographen der Entspannungszustand im Hirn gemessen?

Es scheint ein Phänomen der Zeit zu sein, in allem die Höchstleistungen zu entwickeln.

Wenn überhaupt man Yoga als Sportart bezeichnen will, ein Wettbewerb und Kräftemessen ist es meiner Ansicht nach keinesfalls.

Ich wünsche mir für alle, die Yoga mit Freude und Genuss ausüben, ob alleine zu Hause oder in Gemeinschaft, dass es das bleibt als was es ursprünglich gedacht war:

Ein Mittel, mit dem Druck und Ängste aufgefangen, körperliche Beweglichkeit erlangt und die Klarheit des Geistes gefördert wird.

Yoga gilt mittlerweile längst nicht mehr als esoterisches Konzept. Die Wissenschaft konnte inzwischen belegen, dass dabei reale biologische Prozesse stattfinden. Abgesehen von der Verbesserung der körperlichen Beweglichkeit agieren Yoga Ausübende gelassener und angstfreier. Yoga ist eine Jahrtausendealte Lebensphilosophie, die Seele, Geist und Körper zusammenwirken lässt.